Ehrendes Gedenken an Ludger Hölker

Die Bevölkerung ist zur Gedenkveranstaltung am Dienstag, 15. September, um 11 Uhr unweit der des Grillplatzes am Leitenberg im Bobinger Stadtwald recht herzlich eingeladen.

Ludger Hölker GedenksteinKulturamt Stadt Bobingen
An die heldenhafte Tat erinnert die Stadt am 15. September auf die Stunde genau 62 Jahre später mit einer Blumenniederlegung im Bobinger Stadtwald.

Am Dienstag, den 15. September 1964 starteten der 30-jährige Oberleutnant Ludger Hölker und Major Walther Sütterlin gegen 09:40 Uhr vom Militärflugplatz Lechfeld aus einen Trainingsflug mit einem zweisitzigen Düsenjet vom Typ Lockheed T-33A. Beide gehörten dem dortigen Jagdbombergeschwader 32 an. Es war ein perfekter Sommertag für einen Übungsflug: der Himmel weiß-blau, die Sicht klar. Nach etwas mehr als einer Stunde Flug verlor das Triebwerk in 1000 m Höhe an Leistung. Das Flugzeug sank schnell, alle eingeleiteten Notmaßnahmen blieben erfolglos. „Wir müssen jetzt aussteigen“, rief Major Sütterlin. Ludger Hölker aber stoppte den sofortigen Notausstieg via Schleudersitz. Er beschloss, die Maschine erst von bebautem Gelände wegzufliegen, um ein größeres Inferno zu verhindern. „Noch nicht! Erst müssen wir über die Häuser!“ kann man den Funkaufzeichnungen entnehmen.

Ludger Hölker im Mai 1961Gerd Welker
Leutnant Ludger Hölker im Mai 1961 während seiner fliegerischen Ausbildung in Luke AFB/Arizona

So überflogen sie das Betriebsgelände der Farbwerke Hoechst AG und erreichten aus südlicher Richtung kommend Straßberg. Erst unmittelbar vor Baumberührung gaben beide gegen 11 Uhr die Maschine auf und betätigten ihre Schleudersitze. Durch die zu niedrige Ausstiegshöhe entfalteten sich die Rettungsschirme nicht mehr vollständig, so dass sich die Piloten bei der harten Landung schwere Verletzungen zuzogen. Ludger Hölker schlug mit voller Wucht gegen einen Baum und wurde durch Äste schwer am Unterleib verletzt. Walther Sütterlin fiel am Fallschirm hängend durch eine Baumkrone und kam verletzt neben dem Flugzeugwrack auf dem Boden auf. Beide wurden in das Krankenhaus Schwabmünchen eingeliefert, wo Hölker etwa drei Stunden später seinen schweren Verletzungen erlag. Sütterlin überlebte, verstarb aber einige Jahre später beim Absturz eines Privatflugzeuges.

Vermutlich führte ein Defekt in der Treibstoffzufuhr zum Absturz. Die Flugunfalluntersuchung ergab des Weiteren: „Oberleutnant Hölker verblieb nach dem Schubverlust bewusst lange im Flugzeug, um den Absturz des Flugzeugs auf besiedeltes Gebiet zu vermeiden. Er bewahrte die Gemeinde Straßberg damit vor einer Katastrophe!“ Ludger Hölker opferte sein Leben für das Leben der Straßberger Bürgerschaft. Bayerns Ministerpräsident Alfons Goppel verlieh ihm für diese Tat im Frühjahr 1965 posthum die Rettungsmedaille am Band.