22. Internationaler Bobinger Frauentag
Jedes Jahr am 8. März findet der Internationale Frauentag statt. Weltweit gehen an diesem besonderen Tag seit mehr als 100 Jahren Frauen aller Altersklassen auf die Straße, um für die eigenen Rechte zu kämpfen, auf Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam zu machen und sich gegen bestehende Diskriminierung einzusetzen. Auch gegenwärtig erfahren Frauen noch immer Benachteiligung. Von 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben knapp 50 die Gleichstellung von Mann und Frau bis heute nicht in ihrer Verfassung aufgenommen. Rund 15 Millionen Mädchen im Grundschulalter weltweit haben aktuell keine Chance, lesen oder schreiben zu lernen. Darüber hinaus sind Frauen weit stärker von Armut, Hunger, unzureichender Gesundheitsversorgung und häuslicher Gewalt betroffen als Männer. Auch in den westlichen Ländern, in denen Frauen gesetzlich gleichgestellt sind, werden sie im Alltagsleben, beispielsweise im Beruf, oftmals noch benachteiligt und diskriminiert.
Bereits seit dem Jahr 2000 veranstaltet auch das Bobinger Kulturamt Anfang März den „Internationalen Bobinger Frauentag“ für alle Altersklassen. Gerade die gelungene Mischung aus interessanten Impuls- und Fachvorträgen zu breit gefächerten Themen (Gesundheit, Körperpflege, Ernährung, Persönlichkeitsbildung, Vereinbarkeit von Familie und Job etc.) Workshops (Bewegung, Entspannung etc.), Lesungen regionaler Autorinnen, musikalischen Einlagen, internationalen kulinarischen Köstlichkeiten sowie bunt gemischten Verkaufs- und Informationsständen von Frauen für Frauen aller Generationen und Nationen zieht regelmäßig ein breites Publikum aus Bobingen und dem Umland an. In den letzten Jahren fanden sich jeweils weit mehr als 800 Frauentags-Besucherinnen in der Singoldhalle ein, um sich zu informieren, auszutauschen oder auch einfach mal in toller Atmosphäre mit Freundinnen einen unbeschwerten Nachmittag zu verbringen. Da in diesem Jahr am offiziellen Weltfrauentag die Kommunalwahlen in Bayern stattfinden, wurde das Event auf Samstag, den 7. März 2026 vorverlegt.
Das Programm im Hauptsaal bietet - neben bunt gemischten Einzelvorträgen und Workshops in allen vier Gruppenräumen - auch in 2026 größtmögliche Abwechslung, Information, Inspiration und Unterhaltung:
Als Auftaktrednerin konnte das Bobinger Kulturamt dieses Jahr die Augsburgerin Kina Yakimova gewinnen, die sich trotz eines schweren Schicksalsschlages mit positiver Lebenseinstellung und Kampfgeist ins Leben zurück gekämpft hat. Yakimova, eine lebensfrohe dreifache Mutter, war 45, als sie aufgrund einer Sepsis, die sie beinahe auch ihr Leben gekostet hätte, beide Beine und den rechten Arm verlor. Seitdem hat sich ihr Leben stark verändert. Yakimova hat ihre Gliedmaßen verloren, aber nicht ihren Mut! Heute ist sie eine überregional bekannte Mutmacherin und Keynote Speakerin. In Vorträgen, Projekten und Büchern versucht sie, andere zu inspirieren und zu motivieren, stets das Schöne im Leben zu sehen. Mit ihrer mentalen Stärke überzeugt sie Menschen davon, dass eine Behinderung nicht das Ende des Lebens bedeutet. Sie erreicht Menschen, die zwar Veränderungen anstreben und ihre Lebensqualität verbessern möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Yakimova zeigt auf, dass das Leben immer weitergeht, auch wenn es vielleicht anders verläuft als geplant und hilft, den Sinn des Lebens (wieder) zu finden: „Ich wünsche mir, dass Menschen erkennen, wie kostbar das Leben ist. Wir sollten dankbar für das sein, was wir haben, und das Leben in vollen Zügen schätzen. Das Leben ist kurz, aber wunderschön. Wir allein entscheiden, welchen Sinn wir ihm geben.“
Um 16 Uhr informiert Kriminalhauptkommisar Markus Wieser die Besucherinnen anschaulich über Strategien zum Selbstschutz und zur effektiven Prävention im Alltag. Besonders in verunsichernden Situationen, wie z.B. einem dunklen Heimweg, braucht es „das nötige Werkzeug“, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und sicher und selbstbewusst zu reagieren. Praxisnahe Tipps und Übungen, um die eigene Sicherheit zu stärken und auch in unbehaglichen Momenten handlungsfähig zu bleiben runden den Vortrag auf der Hauptbühne ab.
Theresia Zettler, vielen noch bekannt als Bobinger Pfarrhaushälterin und Gemeindereferentin, kehrt beim diesjährigen Frauentag mit dem inspirierenden Beitrag „Wie Stallgeruch zur Stärke wird“ in die Singoldstadt zurück. Der Impulsvortrag, der um 17 Uhr startet, strotzt voll Lebendigkeit, Tatkraft und Humor. Zettler blickt dabei auf ihr Leben als Kind bis zum Heute. Sparsam und einfach wuchs sie auf dem elterlichen Bauernhof auf und bekam buchstäblich „Stallgeruch“ mit. Das ständige Schaffen und Arbeiten ließ sie zu einer selbstbewussten und fleißigen Frau heranwachsen. Zettlers Motto: „Lass die Leute reden und mach Deins“. Ständig bringt das Leben neue Herausforderungen. Dies gilt es einfach ohne viel nachzudenken anzunehmen. Es verlangt zudem, sich selbst zu mögen, gut für sich zu sorgen, so die Seelsorgerin.
Fast schon traditionell präsentiert zum Ausklang des Internationalen Bobinger Frauentages ab 18 Uhr Märchenerzählerin Margrit Horsche, musikalisch begleitet von Pfarrer Peter Lukas, auf der Hauptbühne der Singoldhalle den Besucherinnen eine ganz besondere „Gute-Nacht-Geschichte“.
Detaillierte Informationen zum kompletten Frauentags-Programm inclusive aller Aussteller im Foyer sowie zu den Workshops und Vorträgen in den einzelnen Gruppenräumen entnehmen Sie dem Programmflyer, der Tagespresse oder der Homepage der Stadt Bobingen.
Schauen Sie vorbei, genießen Sie den Tag von Frauen für Frauen und lassen Sie sich inspirieren! Der Eintritt ist frei!
